Muttermythos: “Das Kind gehört zur Mutter”

 

ist ein Postulat aus dunklen Zeiten deutscher Geschichte und wurde in den Nachkriegsjahren bis in die 50 Jahre angesichts der vielen im 2. Weltkrieg umgekommmenen Väter zunächst zur deutschen Realität.

An mich wurde es durch die Mutter meiner Tochter kurz nach unserer Trennung  im Jahre 2000 herangetragen.

Heute wird man kaum noch von Richtern, Jugendamtsmitarbeitern oder anderen Mitarbeitern der Helferindustrie hören, dass das Kind zur Mutter gehört. Die Ausgrenzung und Diskriminierung von Vätern verstößt schließlich gegen das Grundgesetz.

Die Tatsache, dass aber trotzdem von den meisten Entscheidungsträgern der Helferindustrie nach dieser Maxime gehandelt und entschieden wird, lässt sich den vielen Berichten betroffener Väter und auch den Statistiken entnehmen. In Deutschland gibt es derzeit ca. 1,6 Millionen Einelternhaushalte, dabei leben über 90% der Kinder in diesen Familien bei Müttern, der Rest beim Vater. Es gibt in Deutschland also ca. 1,5 Millionen Väter, die nicht mit ihren Kindern zusammenwohnen, davon hat geschätzt die Hälfte keinen Kontakt mehr zu ihren Kindern. “Das Kind gehört zur Mutter” ist deutsche Realität, gefördert durch Staat und die Lobby der Alleinerziehenden.

 

Das Thema Kindesmisbrauch durch Instrumentalisierung gegen den nichtbetreuenden Elternteil  wird in den Kindschaftsrechtsreformen, auch der aus dem Jahre 2009, ignoriert.

Man geht davon aus, das Kind könne frei entscheiden, wenn es sich gegenüber Jugendamt oder Verfahrenspfleger gegen den Umgang mit dem nichtbetreuenden Elternteil äussert - unabhängig davon, bei welchem Elternteil es lebt, wie sehr ein Elternteil den anderen bekämpft oder ob es eine partnerähnliche Rolle für den betreuenden Elternteil einnimmt.

 

Kindesentfremdung zu einem Elternteil bei Trennungsfamilien wurden von Pädagogen schon in den 90er Jahren beschrieben und werden häufig mit dem Schlagwort PAS (Parental Alienation Syndrom) belegt. Die von Gardner publizierten  Beschreibungen für das System

(1) Betreuender Elternteil (BE) - (2) Ausserhalb lebender Elternteil (AE) - (3) Kind (K)

werden von Fachleuten, betroffenen Eltern und Lobbyisten damals wie heute heftig und kontrovers diskutiert. Die bekanntesten deutschsprachigen Wissenschaftler der pädagogischen Psychologie, von denen auch im Internet  Aufsätze zu finden sind, sind Wolfgang Klennert, Walter Andritzky, Wilfrid von Boch-Galhau, Irmgard Rathsmann-Sponsel, Vera Fischer, um nur einige zu nennen. 

 

Alle gefundenen Aufsätze beleuchten die Problematik aus verschiedenen Perspektiven, es werden jedoch nur die Eltern und die Kinder in ihrer Wechselwirkung untersucht. Stellungnahmen sowie präventive Lösungsansätze, die sich in der Gesetzgebung niederschlagen könnten, habe ich nicht gefunden.

Dabei gibt es weitere Teilnehmer, die mit ihrem Wirken großen Einfluss auf entfremdungsrelevantes Sozialverhalten von Kindern und Eltern haben:

Hier sind zusätzliche staatliche Institutionen zu nennen, in Deutschland das Jugendamt und das Familiengericht, aber auch Gutachter, Umgangspfleger, Verfahrenspfleger sowie weitere Familienmitglieder und andere  Bezugspersonen. 

Während die Elternkonflikte im europäischen Vergleich sicherlich grundsätzlich ähnlich gelagert sind, gibt  es, je nach Land und rechtlicher Ausgestaltung, unterschiedlich starke Ausprägungen von Kindesentfremdung.

Die volkswirtschaftlichen Auswirkungen sind enorm, dazu kommt  Verminderung der Lebensqualität für Kinder und ausgegrenzte Elternteile.

Nicht beziffert werden können die Schäden, die durch Minderung der beruflichen Leistungsfähigkeit bei ausgegrenzten, “familienlosen” Elternteilen als Opportunitätskosten in Wirtschaft und öffentlichen Unternehmen entstehen.  Ein Großteil der in den westlichen Kulturen enstehenden Depressionen haben ihren Ursprung in familiärer Ausgrenzung, quantifizierbar davon sind die Kosten für Therapien und Medikamente. Langfristig gesehen sind auch die gesundheitlichen Folgen für die in der Regel vaterlosen Kinder einzubeziehen, die im Erwachsenenalter therapeutisch behandelt werden müssen.

Schlussendlich sind noch die enormen Kosten zu nennen, die durch juristische Auseinandersetzungen den Ruin für die Eltern im Rechtsstreit bedeuten können, aber auf der anderen Seite einen reichen Geldsegen für Gutachter, Rechtsanwälte u.a darstellen.