Kindesentfremdung: Eingrenzung der zu untersuchenden Personen auf die Familie

Die Untersuchungen zur Kindesentfremdung beschränken sich auf die Untersuchungsobjekte BE-AE-K.

  • Warum findet die Eingrenzung der Untersuchungen auf diesen Personenkreis statt ?

 

  • Warum bleiben die monetären Anreizsysteme für die Untersuchenden und die Beteiligten an den Gerichtsverfahren unbetrachtet ?

 

Beispiel für wissenschaftliche Aufsätze mit Aussagen, die der deutschen Familienrechtsprechung gefallen könnten

Uwe Jopt betrachtet in einem Aufsatz von 1999, die Rolle der von den Eltern beauftragten und bezahlten Rechtsanwälte, die die streitenden Eltern vertreten und kritisiert deren Aggressivität im gerichtlichen Streit.

In einem anderen meiner Ansicht nach detaillierten Aufsatz über Ursachen und Rahmenbedingungen  von PAS sieht es so aus, als antizipiere Jopt die häufig beschriebene Haltung in der deutschen Rechtssprechung, dass es eigentlich keinen Beweis für die Täterschaft von Müttern bei PAS geben kann, jedenfalls habe er dies nie feststelllen können.

Ein Gericht, dem diese Ansicht gefällt, weiß, wen es beauftragt.

Besonderheiten der deutschen Familiengerichtsbarkeit

Wahrheitsfindung und Beweisführung, wie man sie in anderen Rechtsgebieten wie beispielsweise dem Strafrecht oder dem Kaufrecht gibt, sind in der Familienrechtssprechung  keine Selbstverständlichkeit.

So wurden beispielsweise Vätern der Umgang mit ihrem entfremdeten Kind verweigert, weil dieses ja schon entfremdet sei und eine Rückführung in den Umgang mit dem Vater als nicht dem Kindeswohl entsprechend zurückgeweisen wurde.

Mir wurde vom Rechtspfleger auf meine Frage, warum benannte Zeugen nicht geladen werden und keine Ladung für die Verhandlung von Ordnungsmitteln herausging, geantwortet, dass der Richter die Zeugenladung als nicht notwendig ansieht und er wohl den Antrag auf Ordnungsmittel mit der Anhörung der von der Kindesmutter geforderten Umgangsreduzierung zusammenlegen will.

Ein Familiengericht sei schliesslich kein Strafgericht.

Familienrechtsverfahren sind nicht öffentlich, alles was hier passiert, geschieht angeblich “zum Wohle des Kindes”.

 

Das Jugendamt - eine Behörde, die niemals Fehler macht - über jede Kritik erhaben und chronisch überlastet

Das Jugendamt, das Empfehlungen ausspricht, dem sich der Richter in der Regel anschliesst, kann so einseitig Partei für einen Elternteil ergreifen , ohne dass es dafür zur Rechenschaft gezogen werden kann.

 

Dies passiert in Deutschland in der Regel für die Mutter. Auch hier gibt es keine Pflicht von Transparenz, Beweisführung und Wahrheitsfindung.

Ich habe, zumindest im Internet keine Untersuchungen über die Abhängigkeit von beauftragten Gutachtern, Verfahrenspflegern, Umgangspflegern  von ihren Auftraggebern gefunden. Die Auftraggeber sind in der Regel Familienrichter, Sofern die untersuchenden Sozialwissenschaftler auch im Auftrag von Jugendämtern und Gerichten  arbeiten, wird man nicht erwarten dürfen, dass sie sich fachlich besonders kontrovers mit ihren Auftraggebern auseinandersetzen.

Dabei sind besonders Jugendämter, die den Gerichten Lösungsvorschläge und Verhaltensinterpretationen darlegen, in einer machtvollen Position. Hat der Jugendamtsmitarbeiter sich dazu entschieden, für einen Elternteil Partei zu ergreifen, wird er vor Gericht einfach äussern, dass  das Kind einen eigenen, sehr differenzierten Willen hat, der natürlich nicht vom betreuenden Elternteil abhängt.

Das Gericht wird dann geneigt sein, das Kind entscheiden zu lassen.  Wächst das Kind in diese machtvolle Rolle hinein, entsteht eine neue Hackordnung - das Kind spielt im latenten ungelösten Elternkonflikt plotzlich eine aktive Rolle für den betreuenden Elternteil. Dies wird besonders extrem, wenn sich der betreuende Elternteil jetzt zurückzieht, das Kind für sich agieren lässt und erklärt, es tue alles für den Umgang zwischen Kind und dem aussenstehenden Elternteil.

Der betreuende Elternteil ist dann sicher vor der Anwendung von Ordnungsmitteln gegen ihn.

Das Kind kann jetzt, abhängig von seiner emotionalen und sozialen Reife, seine machtvolle Position gegenüber dem entfremdeten Elternteil ausspielen. In den Augen des Kindes entspricht es jetzt der Norm, sich vom nicht betreuenden Elternteil zu distanzieren, die Haltung des betreuenden Elternteils zu imitieren und die Solidarität der eigenen Gruppe zu geniessen.

Ungeachtet dessen passiert dies ambivalent - es vermisst den ehemals geliebten Elternteil durchaus. Da dem Kind von Jugendamt und betreuendem Elternteil gezeigt wird, dass dies nicht gewünscht ist, zeigt es dies nicht.

 

Wird es vom betreuenden Elternteil darüber informiert, dass nach der Novellierung des Kindschaftsrechts 2009 eine zwangsweise Herausgabe des Kindes zur Umsetzung des Umgangs nicht mehr erfolgen kann, verknüpft es Umgang mit Zwang. Die Wahrnehmung von Umgang mit dem aussenstehende Elternteil wird negativ.

Das Kind sagt weiteren Umgang mit dem aussenstehenden Elternteil ab - dieser deklariert, alles für einen funktionierenden Umgang getan zu haben und braucht keine negativen Konsequenzen zu befürchten.

 

Die obersten disziplinarischen Vorgesetzten der Jugendämter, i.d.R. Landräte, Bezirksamtsleiter oder Oberbürgermeister stehen zur Zeit unter hohem öffentlichen Druck, weil die unterstehenden Jugendämter den Tod von Kindern nicht verhindern konnten:

In Hamburg kam ein Kind zu Tode, weil es von methadonabhängigen Pflegeeltern vernachlässigt wurde. Derr Sozialsenator nimmt dies zum Anlass, ein wirksames Qualitätsmangementsystem einzuführen. Es wurden also Fehler in der Arbeit des Jugendamts identifiziert.

Im Landkreis Nienburg wurde eine 13-jährige von ihrem Vater erschossen. Die 13-jährige gehört zu einer Migrantenfamilie aus dem jesidischen Kulturkreis. Ihr wurde vom zuständigen Jugendamt eine Unterkunft außerhalb der Familie angeboten, sie selbst wollte sich von der Familie distanzieren und wollte nichts mit Ausländern zu tun haben. Den Eltern wurde das Sorgerecht entzogen. Es gab Sozialarbeiter, die aufgrund des kulturellen Hintergrunds vor dieser Vorgehensweise gewarnt haben.

Konsequenz: Der Sozialarbeiter wurde entlassen, der Landrat stellte sich vor das Jugendamt. Es habe keine Fehler gemacht, da es sich an die Gesetze gehalten habe.

 

 

Rollen von Kindern im Elternkonflikt getrennter Eltern im Alter zwischen 9 und 12 Jahren (Erklärungsansatz der ev. Kirche Bayern)

Die Aussagen der Kinder im Alter von 9 bis 12 Jahren  entsprechen der erworbenen Fähigkeit, Ursache und Wirkung der Handlungen von Beziehungspartnern zu erfassen und zu bewerten. Grundlage der Bewertungen ist eine Schwarz-Weiß-Sicht, gemäß derer ein „Schuldiger“  und ein „Nichtschuldiger“  identifiziert werden. Bei starken Konflikten zwischen den Eltern kann die Solidarisierung mit einem Elternteil erfolgen, vielfach mit dem aus der Sicht des Kindes „Nichtschuldigen“ .
 

Möglich ist aber auch, dass die Kinder durch das Miterleben von elterlichen Streitereien die Achtung vor beiden Eltern verlieren und sie in ihrer Rolle als Erzieher oder Ratgeber nicht mehr akzeptieren. Dies erschwert ihre Disziplinierung und kann zu Verhaltensauffälligkeiten führen. Manchmal versuchen die Kinder nun ihrerseits die Führung zu übernehmen, was sie meist überfordert. Oder sie versuchen, die Eltern gegeneinander auszuspielen.

Erhalten Kinder jedoch angemessene Unterstützung von beiden Eltern, sind sie gerade in dieser Entwicklungsstufe durchaus fähig, ihr Leben neu zu ordnen, Gefühle der Verlassenheit, Ablehnung und Hilflosigkeit zu bewältigen und für Teilbereiche ihres Lebens die Verantwortung selbst zu übernehmen.


Bei der Konzeption von Betreuungsregelungen sind Kinder in diesem Alter soweit als nur irgend möglich einzubeziehen. Damit eröffnen sich für das Kind Handlungsmöglichkeiten, die das Gefühl der Hilflosigkeit überwinden helfen und die Entwicklung von altersangemessenen Bewältigungsstrategien in der Situation fördern. Zunächst ist zu klären, welche Erwartungen und Bedürfnisse das Kind mit dem jeweiligen Elternteil verbindet und, aus der Sicht des Kindes nicht weniger von Bedeutung, welchen Beitrag das Kind  zum Wohlbefinden des jeweiligen Elternteils leisten kann.


Dann sollten die Zeitpläne der Eltern und der des Kindes aufeinander abgestimmt werden. Wichtig ist dabei, dass die außerfamiliären Verpflichtungen und Aktivitäten des Kindes ebenso berücksichtigt und respektiert werden wie die der Eltern. Ist dies gewährleistet, entwickeln Kinder oft einen erstaunlichen Einfallsreichtum, wenn es darum geht, eine Regelung zu finden, die der spezifischen Situation der Familie angemessen ist. In der Regel sind die Kinder der beschriebenen Altersgruppe darauf bedacht, „gerechte“  Regelungen mitzuentwickeln, d.h. darauf zu achten, dass kein Familienmitglied benachteiligt wird.